Zölibat für homosexuelle US-Pfarrer aufgehoben
Pfarrer der größten protestantischen Kirche der USA dürfen in Zukunft schwule oder lesbische Partnerschaften eingehen. Voraussetzung ist laut Beschluss der Evangelikal-Lutherischen Kirche in Amerika, dass es sich um eine "lebenslange" Verbindung handelt. Gegner der Neuregelung warnen vor Kirchenaustritten.
Die größte evangelisch-lutherische Kirche der USA hat das Zölibat für homosexuelle Priester aufgehoben. Damit können nun künftig auch Lesben und Schwule, die in einer stabilen Partnerschaft leben, Priester in der Evangelikal-Lutherischen Kirche in Amerika (ECLA) werden.
Bei der ECLA-Jahrestagung in Minneapolis stimmten nach streckenweise emotionaler Debatte 559 Delegierte für die Neuregelung, 451 dagegen. Gegner der Reform warnten vor Kirchenaustritten. Nirgendwo in der Bibel stehe, dass Gott Homosexualität und „Homoehen“ akzeptiere, erklärten Kritiker.
Homosexuelle durften auch bislang Priester werden, mussten aber im Gegensatz zu ihren heterosexuellen Kollegen Enthaltsamkeit geloben.
Die ECLA hat in den USA rund 4,7 Millionen Mitglieder. Die Entscheidung rief bei Befürwortern und Gegnern starke Reaktionen hervor. „Ich kann nicht glauben, dass die geliebte Kirche, der ich seit 40 Jahren diene, duldet, was Gott verurteilt“, sagte Pastor Richard Mahan aus Charleston im Staat West Virginia. Nirgendwo in der Bibel stehe, dass Homosexualität von Gott akzeptiert werde, vielmehr werde sie als unmoralisch und pervers verurteilt, sagte Mahan.
Leslie Williamson von der Dreifaltigkeitskirche in Des Moines im Staat Iowa sagte hingegen: „Ich habe diese gleichgeschlechtlichen Partnerschaften genauso funktionieren sehen wie heterosexuelle Beziehungen – sie bringen Freude und Segen genauso wie Belastungen und Härten.“ Liebende homosexuelle Paare seien wie alle anderen auch angehalten, das Wort Gottes zu verbreiten.

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