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Verletzte bei neuen Unruhen auf dem Tempelberg

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JERUSALEM (inn) - Auf dem Jerusalemer Tempelberg ist es zu Auseinandersetzungen zwischen arabischen Steinewerfern und israelischen Polizisten gekommen. Bei den Zusammenstößen am Ende der muslimischen Freitagsgebete wurden Beamte und Palästinenser verletzt.

Ein Vertreter der islamischen Aufsichtsbehörde Wakf, Nadscheh Btirat, teilte mit, den Unruhen sei eine Predigt in einer Moschee vorausgegangen. Diese habe sich mit den Stätten im Westjordanland befasst, die in Israels Schusslinie stünden. Der Prediger habe darauf hingewiesen, dass man diese "islamischen Stätten" schützen müsse. Damit bezogen sich die Muslime auf die Gräber der biblischen Patriarchen und Rachels in Hebron und bei Bethlehem. Israel hat die Stätten in seine Nationalerbeliste aufgenommen.

 

Nach Btirats Angaben warfen nach dem Gebet etwa 300 junge Männer Steine auf die Polizisten. Sie zielten auch auf Juden, die an der Klagemauer beteten, schreibt die Tageszeitung "Ha´aretz". Die Polizei begab sich auf den Tempelberg zur Herkunft der Steinwürfe. Die Araber wichen in die Al-Aksa-Moschee zurück. Nach Gesprächen mit dem Wakf zogen sich die Polizisten zum Eingangstor zurück und gaben älteren Muslimen die Möglichkeit, das Gelände zu verlassen.

 

Bei den Zusammenstößen wurden mindestens 15 Polizisten leicht verletzt - fünf wurden im Krankenhaus behandelt. Palästinenser berichteten von Dutzenden Verletzten unter den jungen Arabern. Drei Steinewerfer wurden festgenommen.

 

Israels Minister für öffentliche Sicherheit, Jitzhak Aharonovitsch, machte die Palästinenser für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. "Ich klage die Palästinenser, einschließlich der Hamas-Funktionäre, an, die Situation angeheizt zu haben", sagte er nach seiner Ankunft auf dem Tempelberg.

 

Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Nabil Abu Rudeineh, kritisierte die Polizei, weil sie das Gelände betreten hatte. Israel fahre fort, den Bemühungen des US-Gesandten für den Nahen Osten, George Mitchell, Hindernisse in den Weg zu legen, sagte er einem palästinensischen Fernsehsender.

 

Der Tempelberg befindet sich unter israelischer Sicherheitskontrolle, aber die alltägliche Verwaltung ist dem Wakf überlassen. Juden dürfen an der Stätte, wo einst ihr Tempel stand, nicht beten.

 

Erst am Sonntag hatten junge Palästinenser ausländische Touristen mit Steinen beworfen. Sie hielten die Besucher für Juden, die den Tempelberg anlässlich des Purim-Festes stürmen wollten.

Von: E. Hausen

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