Das System Absalom

Die Geschichte Absaloms wird Bibellesern ein Begriff sein; ich fasse hier nur kurz zusammen, was für das Verständnis des »Systems Absalom« wichtig ist; die ganze Geschichte kann im Zusammenhang in 2. Samuel 13 — 18 nachgelesen werden.
Absalom, Sohn Dawids, war sehr von sich selbst eingenommen. Schön und intelligent, war er der Meinung, ein besserer König sein zu können als sein Vater. Er war ein durchtriebener Stratege. Ganze zwei Jahre hatte er die Rache an seinem Halbbruder Amnon geplant, um dann mit einer List zuzuschlagen. Seine Lynchjustiz zwang ihn zwar zur Flucht, aber planvoll und rücksichtslos betrieb er seine Rückkehr nach Jerusalem. Und ebenso sorgfältig plante er auch die Übernahme des Throns:
Steine schmeißen?
Nein, ich mag diesen Unsinn wirklich nicht mehr hören: Nachdem die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende betrunken eine rote Ampel überfahren hatte, erlebte der Satz »Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein« eine unglaubliche Konjunktur. Kaum ein Feuilletonist, Kommentator oder Leserbriefschreiber, der nicht auch seine vermeintliche Bibelkenntnis ausstellen wollte und meinte, ohne diesen Satz auskommen zu können. Nicht einmal im »Spiegel« fehlt er, dem ja nun nicht gerade der Ruf geistlicher Sensibilität vorauseilt.
Bild des Unsichtbaren
Schwierige Bibelstellen: Kol. 1, 15
Kolosser 1, 15 spricht von Christus als dem »Bild des unsichtbaren Gottes«, und das scheint ja tatsächlich erst einmal ein Paradoxon zu sein: Etwas, das unsichtbar ist, kann man nicht abbilden. Tatsächlich? Zumindest aus der Naturwissenschaft kennen wir ja visuelle Beschreibungen unsichtbarer Dinge — die Modelle. So kann ich Sauerstoff zwar nicht sehen, aber in einem Modell abbilden, das die molekularen Eigenschaften des Sauerstoffs abbildet. Wer das Modell sieht, sieht zwar immer noch keinen Sauerstoff, aber er kann etwas über die Eigenschaften des Sauerstoffs lernen.
Dies ist zwar nur ein Gleichnis, aber es bringt uns schon einmal auf die richtige Fährte. Tatsächlich aber besteht zwischen dem Christos und dem Vater eine viel höhere Übereinstimmung als zwischen einem Sauerstoffmolekül und dem Modell eines solchen. So sagt Jesus in Johannes 14, 7:
»Wenn ihr mich kennengelernt hättet, würdet ihr auch meinen Vater kennen; und von jetzt an werdet ihr ihn kennen, und ihr habt ihn gesehen.«
Das war ja eigentlich eine ungeheuerliche Provokation, aber Philippos scheint fürs erste recht unbekümmert und antwortet:
»Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.«
Jesus antwortet ihm:
Altershochmut

Der Kotzker Rebbe Menachem Mendl Morgensztern (1787 — 1859) sagte einmal:
»So wie es die Art des Affen ist, den Menschen zu imitieren, so imitiert auch der Mensch, wenn er alt wird, sich selbst, und tut, was seinen vorherigen Gewohnheiten entspricht.«
und David Sacks erklärt dazu in einem Artikel zu Neujahr (Rosch H’Schanah):
»In anderen Worten: An einem bestimmten Punkt ihres Lebens werden die meisten von uns — sei es bewußt oder nicht — zufrieden damit, wer sie sind und was aus ihnen geworden ist. Als solche hören wir auf, größere geistliche Höhen anzustreben. Wir sind zufrieden damit, unsere verbleibenden Tage als eine bloße Imitation unserer selbst zuzubringen.«
Nick Vujicic
Hat Euch schon mal jemand mit solch einem überzeugenden Lächeln erklärt, daß in Christus Leben und Sterben gleichermaßen Gewinn ist (Philp. 1, 21)? Das ist ja nicht grundsätzlich neu für den Bibelleser, aber Nick nimmt man glatt ab, daß er es wirklich verinnerlicht hat.
Brot, Wein und Gericht
Schwierige Bibelstellen: 1. Kor. 11, 29
Denn der Essende und Trinkende ißt und trinkt sich selber Urteil, wenn er den Leib nicht beurteilt.
Dieser Aussage geht in Vers 28 die paulossche Anweisung »ein jeder prüfe sich selbst« voraus. Die Frage ist nun, worauf sich diese Selbstprüfung beziehen muß und damit auch, worauf sich die Gerichtsdrohung in Vers 29 bezieht. Geht es hier darum, irgendwelchen Verfehlungen nachzuspüren? Die McArthur Studienbibel gibt in ihrem Kommentar die verbreitete protestantische Auffassung wieder, wenn sie recht allgemein schreibt:
Und dann kamst Du
Von Brunhilde Rusch
Überall gesucht, fast alles ausprobiert,
Religionen, Logien, Sophien studiert,
entspannt, geatmet, vielfach meditiert,
mit Sektenführern, Theologen diskutiert,
naturwissenschaftlich argumentiert,
Wunder aus der Bibel wegrationalisiert,
ganz stolz ein sicheres Leben geführt,
doch ich blieb leer,
den Schmerz hab’ ich deutlich gespürt.
Du hörtest meinen Herzensschrei,
und dann kamst Du, gingst nicht achtlos vorbei.
Du hast mich mit Deiner Liebe berührt,
mir die Augen geöffnet, mich von Sünde überführt,
die Wahrheit wie ein Blitz vom Himmel mich traf,
Gnade wurde zuteil dem verlorenen Schaf.
Am Schalter

Mehrfach wurde mir in letzter Zeit von solchen, die ich mahnen mußte, Recht zu üben, vorgehalten, daß ich ihre Einflußmöglichkeiten in jeweiliger Angelegenheit nicht überschätzen solle. Das tue ich auch nicht. Aber jeder von uns kann an seinem Platz allein dadurch einen Unterschied bewirken, daß er sich gerecht (im biblischen Sinne, also in den Grenzen der »Furcht Jahwehs« und seinem Wort gemäß) verhält. Was Gott dadurch bewirkt, ist dann seine Sache, aber jeder hat die Verantwortung, sich seinem (manchmal gering erscheinenden) Anteil nicht zu verweigern.
Der schmale und der breite Weg Auf welchem befindest DU Dich?
Geht ein durch die Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. Matthäus 7, 13+14
Hallo, liebe(r) Leser! Hier siehst Du ein farbenprächtiges Gemälde mit vielen interessanten Einzelheiten. Schau einmal genau hin! Der Maler hat versucht, Gottes Sicht, die ER von uns Menschen und unseren Lebenswegen hat, illustrativ umzusetzen. Dazu stützt er sich auf die Aussage des darunter stehenden Bibelverses. Dieser sagt im Klartext aus, dass sich die Masse der Menschen auf einem Weg befindet, der sich in Ziel und Ausgangspunkt kolossal von dem Weg unterscheidet, auf dem nur eine Minderheit unterwegs ist. Auch Du befindest dich auf einem dieser beiden Wege. Hast Du dich schon irgendwo entdeckt? Lass dich durch die Idee des Malers einmal dazu anregen, eine persönliche Standortbestimmung durchzuführen.
Feuer-Fest

Nachfolgend — sozusagen als Wort zum Tage — ein Artikel, den ich vor einem Jahr geschrieben habe, die allererste Geiernotiz übrigens, die allerdings bisher nicht in den Ekklesia-Nachrichten veröffentlicht war. Der Anlaß — ein Brand in Bangkok — ist zwar nun schon ein Jahr alt, aber ansonsten ist der Artikel noch wie neu und auch einigermaßen zeitlos:
Cirka 60 Besucher eines thailändischen Nachtclubs brauchen sich über gute Vorsätze zum Neuen Jahr keine Gedanken mehr zu machen. Sie verbrannten, erstickten oder wurden zu Tode getrampelt, als Feuerwerkskörper die Decke des Gebäudes in Brand setzten.

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