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Für “unverschämtes Christentum”
1 Juli, 2008 - 14:54
Auf dem Gebiet der heutigen Türkei liegen zahlreiche historische Stätten des frühen Christentums. Aber im Land, in dem der Apostel Paulus wirkte, und das heute der Europäischen Gemeinschaft beitreten möchte, gibt es keine christlichen Gedenkstätten oder Wallfahrtsorte. Der herrschende Islam hat systematisch die Christen vertrieben und fürchtet bis heute, dass deren Ideen in einer Gesellschaft mit Religionsfreiheit wieder Fuß fassen könnten. Der Kölner Kardinal Meisner schlägt im Interview vor, christliche Pilgerstätten in der Türkei zuzulassen. Dann könne man auch über Großmoscheen, wie die Türken sie in Köln und anderswo errichten wollen, sprechen.
Aus dem Interview der Welt mit Kardinal Meisner:
Die Welt: Kardinal Meisner, als Sie 2007 die Türkei bereisten, sollen Sie einen Stich im Herzen gespürt haben. Warum?
Kardinal Meisner: Das hat mit Tarsus zu tun, dem Geburtsort des heiligen Paulus, den ich 2007 besucht habe.
Die Welt: Ist das kein Grund zur Freude?
Meisner: Ja und nein, denn in diesem für die Christenheit wichtigen Ort leben nur noch drei Katholiken – drei alte italienische Ordensfrauen in Zivil, die bei einer Privatfamilie als Untermieterinnen wohnen. Um an einer Messe teilzunehmen, müssen sie über 30 Kilometer mit dem Auto fahren, obwohl in Tarsus eine Kirche steht!
Die Welt: Warum nutzen sie die nicht?
Meisner: Sie wurde von den türkischen Behörden zum Museum umfunktioniert. Als wir in Tarsus waren, durften wir darin nur ausnahmsweise die heilige Messe feiern. Kreuze und Kerzen mussten wir mitbringen, anschließend musste jedes christliche Symbol entfernt werden. Das hat mir einen Stich ins Herz gegeben.....
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