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Korntaler Brüdergemeinde empört sich über ZDF-Politikmagazin

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Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal wirft dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ eine „gezielte Rufmordkampagne“ gegen evangelikale Christen vor. Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert eine „Verunglimpfung“ missionarisch gesinnter Protestanten durch das Politmagazin, die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen den Sender.

Die Staatsanwälte reagieren damit auf vier Anzeigen gegen das ZDF, dem nach der Ausstrahlung des umstrittenen Beitrags in einer „Frontal 21“-Sendung im August auch mehrere offizielle Beschwerden von evangelischer Seite ins Haus hagelten.
Unter anderem die des Vorstehers der Evangelischen Brüdergemeinde, Dieter Messner. Die ZDF-Autoren hätten „unter Vorspiegelung falscher Tatsachen“ die in Korntal ansässige Akademie für Weltmission sowie die Brüdergemeinde als deren Mitgesellschafterin „in ein falsches, sogar diffamierendes und kriminelles Licht gerückt“, indem sie „fundamentalistische Evangelikale“ in ihrem Missionsstreben mit islamistischen Selbstmord-Terroristen verglichen hätten, schreibt Messner in einem Brief an ZDF-Intendant Markus Schächter. Dadurch werde die Ausbildung von Missionaren in Korntal unterschwellig mit „radikalislamischen Trainingscamps“ gleichgesetzt.
Stein des Anstoßes: Nach der Ermordung zweier deutscher Bibelschülerinnen im Jemen hatte „Frontal 21“ in dem Beitrag „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ evangelikalen Organisationen vorgeworfen, nicht – wie nichtchristliche Hilfswerke – zwischen humanitärer Hilfe und weltanschaulicher Motivation zu unterscheiden. Eine Vermengung von diakonischer und missionarischer Tätigkeit riskiere in islamischen Ländern aber das Leben der Mitarbeiter christlicher Hilfswerke. Zudem würden dadurch auch nichtreligiöse Organisationen in Verruf gebracht. In der Abmoderation hatte es weiter geheißen, die Bereitschaft einiger jüngerer Evangelikaler, „für Gott zu sterben“, klinge „vertraut – bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten.“
Dass die Sendung ein „bibeltreues“ Christentum damit in die Nähe des Islamismus rückte, hat nicht nur Dieter Messner und die ebenfalls in Korntal beheimatete Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen empört. Auch der Rat der EKD unterstreicht in einer Stellungnahme, kein Korntaler Missionar sei je „auch nur in die Nähe des Gedankens gekommen, unschuldige Menschen mittels eines Selbstmordattentats in den Tod zu reißen“.

Besonders erzürnt EKD und Brüdergemeinde zudem, dass die Fernsehjournalisten in der Korntaler Missionarsakademie mit versteckter Kamera gedreht hatten. Das sei nicht nur ein Verstoß gegen die Grundsätze seriösen Journalismus, sondern erfülle möglicherweise auch den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs, so Dieter Messner. Insgesamt handle es sich bei dem Beitrag um eine tendenziöse Berichterstattung, die ein völlig falsches Bildes Korntals und seiner Akademie zeichne.
Das ZDF reagiert bislang gelassen auf diese Kritik: Die vor der Kamera von einigen jungen Evangelikalen geäußerte Bereitschaft, für ihren christlichen Glauben zu sterben, sei „eine ideologische Aussage“, die Islamisten Argumente gegen westliche Entwicklungshilfe liefern könne, sagte der Redaktionsleiter von „Frontal 21“, Claus Richter, dem Evangelischem Pressedienst. Das Filmen mit versteckter Kamera nannte er ein „legales und legitimes Mittel“. Man werde die bisher gegen den Sender erhobenen juristischen Vorwürfe entkräften können, zeigte sich ferner ein ZDF-Sprecher gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur Idea überzeugt.
Doch wie sieht Korntal die Missionstätigkeit in Staaten mit moslemischer Mehrheit eigentlich selbst? Jeder, der in solche Länder gesandt werde, wisse, in welches Umfeld er sich begebe, sagt der Pressesprecher der Brüdergemeinde, Manuel Liesenfeld.
Zugleich räumt er ein, dass es für „überzeugte Christen“ schwer sei, trennscharf zwischen ihrem diakonischen und ihrem missionarischen Auftrag zu unterscheiden. Bei Hilfseinsätzen in Drittweltländern stehe zwar die praktizierte Nächstenliebe „und nicht die Predigt“ im Vordergrund. Basis der Diakonie bleibe aber stets der Glaube. Und über den müsse und dürfe man zumindest dann reden, wenn man darauf angesprochen werde. Der jesuanische Missionsauftrag mache nun einmal nicht vor den Grenzen des Islam halt – auch wenn man diesen respektiere: „Es wird niemand mit der Bibel durch eine Moschee rennen“, so Liesenfeld.

Quelle

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