Evangelisch-reformierte Kirche gegen Vereinnahmung des Kreuzes
Angesichts der aktuellen Debatte um Kreuze an öffentlichen Orten wehrt sich der evangelische Oberkirchenrat H.B. "gegen jegliche Vereinnahmung seitens der Kreuz-Befürworter". In den vergangenen Tagen sei das Kreuz mehrmals als allgemein christliches Symbol bezeichnet worden. Es gebe aber auch christliche Kirchen, "die auf dieses Symbol als Gegenstand bewusst verzichten", erinnert die reformierte Kirche.
Ein wesentliches Merkmal der reformierten Tradition bestehe im Bilderverbot, wie es das zweite der Zehn Gebote nach 2. Mose 20 vorgebe, wird in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme evangelisch-reformierten Oberkirchenrats betont. Die reformierte Kirche verstehe auch das Kreuz als Bild. Daher gebe es in vielen reformierten Kirchen auch heute weder Bilder noch Kreuze. "Wir respektieren Menschen, die das sichtbare Kreuz als Teil ihrer Identität verstehen, wir haben aber auch für jene Verständnis, die in der Verwendung von Kreuzen im öffentlichen Raum ein Ärgernis und eine Diskriminierung anderer sehen", hält der Oberkirchenrat in seiner von Landessuperintendent Thomas Hennefeld unterzeichneten Stellungnahme fest.
Christen sollen weniger "an Kreuzen hängen"
Gerade weil für evangelisch-reformierte Christen das Kreuz einen hohen theologischen Stellenwert habe, dürfe es nicht "kulturkämpferisch" instrumentalisiert werden. Der "christliche Geist" zeigt sich nach Ansicht der reformierten Kirche darin, wie ernst es Christen mit der "Nachfolge Jesu" ist. "Christinnen und Christen sollten weniger ´an Kreuzen hängen´ als vielmehr dafür sorgen, dass bestehende Kreuze, an denen Menschen heute noch elend zugrunde gehen, aus der Welt geschafft werden", so der evangelisch-reformierte Oberkirchenrat.

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