Bundeswehr impft anders
Das Robert-Koch-Institut sieht's mit Verwunderung, und auch so mancher Impfwillige mag sich die Augen reiben: Die Bundeswehr bestellt für ihre 250.000 Soldaten einen eigenen Impfstoff gegen die Schweinegrippe - ohne Zusatzstoffe und quecksilberhaltige Konservierungsmittel.
Die Bundeswehr hat für ihre Soldaten einen eigenen Impfstoff gegen Schweinegrippe ohne die bisher bekannten umstrittenen Zusatzstoffe bestellt. Das Verteidigungsministerium bestätigte in Berlin einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Westfalen-Blatt". Zuerst sollen die Soldaten geimpft werden, die im Auslandseinsatz sind oder sich darauf vorbereiten.
Die Zeitung schreibt, anders als das Serum, das der Zivilbevölkerung als Schutz gegen die Infektionskrankheit geimpft werden solle, enthalte der Impfstoff für die Soldaten weder umstrittene Zusatzstoffe noch quecksilberhaltige Konservierungsmittel. Bei dem Impfstoff handele es sich um das Serum Celvapan des Pharma-Herstellers Baxter, das erst am 6. Oktober von der EU zugelassen worden sei.
Ministeriumssprecher Thomas Raabe sagte in der Bundespressekonferenz, es könnten nicht alle Soldaten auf einmal geimpft werden - die Bundeswehr hat 250.000 Kräfte. Wichtig sei, dass die Soldaten, die im Ausland eingesetzt werden oder sich auf einen Einsatz vorbereiten, möglichst schnell geimpft werden. Derzeit sind insgesamt 7200 Soldaten im Auslandseinsatz.
Warnungen vor Impfstoffen Pandemrix und Focetria
Einige Ärzte hatten vor angeblich unkalkulierbaren Nebenwirkungen bei den von der EU zugelassenen Impfstoffen Pandemrix vom britischen Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline und Focetria vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis gewarnt. Studien über einen Vergleich der Nebenwirkungen gibt es nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts jedoch nicht.
Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, sagte der Zeitung, die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin habe den "Alleingang der Bundeswehr" mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte fordert für Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren ebenfalls ein Serum ohne Verstärkerzusätze.

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