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ARF teilt sich in "AG Welt" und "Der schmale Weg"

DruckversionDruckversion(hwd) Die Arbeitsgemeinschaft für Religiöse Fragen (ARF) hat sich nach der Entlassung ihres bisherigen hauptamtlichen Weltanschauungsbeauftragen Lothar Gassmann neu strukturiert und positioniert: Sie tritt jetzt unter dem Namen „AG Welt“ (kurz für „Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen“) auf und will ihre Arbeit auf Grundlage und in Übereinstimmung mit der Evangelischen Allianz betreiben. Wir bedauern, dass durch die Entlassung von Lothar Gassmann eine weitere der wenigen Stimmen zum Schweigen gebracht werden soll, die es wagten, bedenkliche Vorgänge innerhalb des Evangelikalismus zu hinterfragen. Mit Lothar Gassmann als Schriftleiter des ARF-„Zeitjournals“ wurden bisher des Öfteren bestimmte Entwicklungen unter Evangelikalen kritisch beleuchtet. Während hier ein wichtiger Bereich der bisherigen ARF-Aufklärungsarbeit künftig wegfällt, beschloss die AG Welt einer idea-Meldung zufolge „eine Ausweitung ihres Dokumentations- und Beratungsangebots. Das evangelikale Werk will Christen in Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften ermutigen, sich für die Weltanschauung ihrer Mitmenschen zu interessieren.“ Lothar Gassmann hatte im März durch den ARF-Geschäftsführer Martin Borst einen Vertrag zur Auflösung seines Arbeitsverhältnisses erhalten. Mehrere ARF-Mitglieder haben daraufhin ihren Austritt erklärt, u.a. der bisherige zweite Vorsitzende Ralf Helsper. Der Konflikt geht u.a. darauf zurück, dass die ARF im Jahre 1975 zwar ursprünglich als mit der Ev. Allianz verbundenes Werk gegründet wurde, die Allianz seither aber ihr Profil bedeutend geändert hat (wie in dem im Betanien-Verlag erschienenen Buch „Projekt Einheit“ dokumentiert wurde). Innerhalb der ARF war strittig, wie man zum neuen Kurs der Allianz steht. Zu Meinungsverschiedenheiten kam es nach einem kritischen Artikel im ARF-Zeitjournal 3/2008 von Reinhard Möller über die Freie Theologische Hochschule Gießen und deren Rektor Helge Stadelmann. Nach internen Auseinandersetzungen, ob die ARF derartige innerevangelikale Kritik üben sollte oder nicht, setzte sich der „allianzkonforme“ Flügel der ARF durch und Lothar Gassmann wurde entlassen. Die neue AG Welt hat ihre bisherige Leitung völlig neu strukturiert. Erster Vorsitzender ist der Theologe Michael Kotsch. Durch die Berufung des Allianz-, idea- und ProChrist-Mitarbeiters Thomas Schneider als Referenten, Pressesprecher und stellvertretenden Geschäftsführer wurden die Beziehungen zur Evangelischen Allianz intensiviert. Zudem bestehen durch das Vorstandsmitglied Walter Bähr, Leiter des Lichtzeichen-Verlags, Beziehungen zu russlanddeutschen Gemeinden, insbesondere zu den tendenziell modern-evangelikal ausgerichteten. In welcher Weise die bisher von Lothar Gassmann verantworteten umfangreichen Buchreihen – die „Aufklärungsreihe“ aus dem Lichtzeichen-Verlag und die „Kleine-Handuch“- und „Aktuelle Reihe“ aus dem MaBo-Verlag – weitergeführt werden, bleibt abzuwarten. Lothar Gassmann, nach der Entlassung zunächst arbeitslos, hat selber mit Gliedern seiner Gemeinde den neuen Verein „Christlicher Gemeinde-Dienst“ (CGD) gegründet, um seine bisherige Arbeit fortsetzen zu können. Geplant ist eine Zeitschrift unter dem Titel „Der schmale Weg“, die voraussichtlich im Sommer erstmals erscheinen soll. Quelle: Betanien Newsletter Nr. 5/2009
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