Debatte um Kruzifixe in Gerichtssälen
Das Land- und Amtsgericht in Düsseldorf wird neu gebaut, Anfang März werden die Räume bezogen. Es ist ein moderner Bau – in dem fortan keine Kreuze mehr an den Wänden hängen sollen. Diese Entscheidung aber wird von Politikern massiv kritisiert. Und die Kommentatoren großer Landeszeitungen zweifeln an dem Sinn der Entscheidung.
Altershochmut

Der Kotzker Rebbe Menachem Mendl Morgensztern (1787 — 1859) sagte einmal:
»So wie es die Art des Affen ist, den Menschen zu imitieren, so imitiert auch der Mensch, wenn er alt wird, sich selbst, und tut, was seinen vorherigen Gewohnheiten entspricht.«
und David Sacks erklärt dazu in einem Artikel zu Neujahr (Rosch H’Schanah):
»In anderen Worten: An einem bestimmten Punkt ihres Lebens werden die meisten von uns — sei es bewußt oder nicht — zufrieden damit, wer sie sind und was aus ihnen geworden ist. Als solche hören wir auf, größere geistliche Höhen anzustreben. Wir sind zufrieden damit, unsere verbleibenden Tage als eine bloße Imitation unserer selbst zuzubringen.«
Von der Sprachschule ins Terrorcamp
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht neue Weg im Kampf gegen Islamisten. Sie ermittelt gegen Vermittler von Stipendiaten an einer radikalen Sprachschule in Ägypten. Mehr als 100 Deutsche wurden dorthin vermittelt. Einige landeten später in Terrorcamps - wie ein Mitglied der "Sauerland-Gruppe".
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart will erstmals Islamisten strafrechtlich belangen, die jungen Muslimen radikales Denken nahebringen. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, ermittelt sie gegen sieben Männer, die mehr als 100 Deutschen Stipendien für einen Sprachkurs am Qortoba-Institut im ägyptischen Alexandria vermittelt haben sollen. Drei von ihnen wurden bereits verhaftet. Die Sprachschule trage mit ihrer Islam-Interpretation zur "weitergehenden Radikalisierung" bei, so die Ermittler. Auch mit Werbern von Terrorcamps würden die Stipendiaten in Kontakt gebracht.
Vergeben wurden die Stipendien nach Recherchen des stern von der saudi-arabischen Stiftung "World Wide Association for Introducing Islam" (WWAII). Diese Stiftung wurde 2005 als Teil der "Muslim World League" gegründet und gilt als Nachfolgeorganisation der "El-Haramain-Stiftung", die 2004 aufgelöst wurde, nach dem sie die EU auf ihre Terrorliste gesetzt hatte. Nach den Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird die WWAII direkt vom saudischen Königshaus gesponsert.
Religion dank Evolution?
Gleich zwei aktuelle Beiträge auf "Spiegel Online" und in der "Süddeutschen Zeitung" stellen die Frage, woher menschliche Werte- und Moralvorstellungen kommen. Sinn und Herkunft der Religion beschäftigen die Forscher schon seit vielen Jahrzehnten. In den vergangenen Jahren haben verschiedene Wissenschaftsdisziplinen versucht, neue Antworten auf die Frage zu geben, woher Begriffe wie Moral und Sünde stammen. "Die Frage nach der Herkunft der Moral werden Menschen wohl nie abschließend beantworten können", erklärt der Frankfurter Biologe Jürgen Bereiter-Hahn auf "Spiegel Online". Viele Forscher glauben, dass die menschlichen Wertvorstellungen auf die Prozesse natürlicher Auslese zurückzuführen sind. Der Evolutionsbiologe Pascal Boyer von der Washington University in St. Louis etwa deutet Religion als hilfreiches Konstrukt des menschlichen Geistes. Seine These lautet: Wer glaubt, kommt besser durchs Leben. Religiöse Menschen hätten sich deshalb in der Geschichte gegen Nichtreligiöse durchgesetzt und Gläubige in der Selektion über Ungläubige triumphiert. Ein weiterer Faktor, der den Menschen "fast zwangsläufig zum Glauben bringt", sei auch die Fähigkeit zum kausalen Denken. Bei allem, was geschehe, suche der Mensch nach einem Grund, so der Wissenschaftler.
Belgischer Philosoph warnt vor 'falschem Mitgefühl' bei Abtreibungen
Ein verfälschtes Verständnis von Mitgefühl habe ein Klima geschaffen, in dem die Tötung von Kindern durch Abtreibung und nachgeburtliche Kindstötung nicht mehr verurteilt werden dürfen, sagt Michel Schooyans.
Unterwegs im Süden Indiens
Ein Reisebericht des Evangelisten Alexander Seibel
25.Jan bis 15.Feb 2010
Saraswathy fühlte sich von Kindheit an sehr zu ihren Hindugöttern hingezogen. Ihr eigener Name ist der einer Hindu-Göttin. Wohlhabend aufgewachsen war sie besonders geliebt von ihrem Vater. Ihre Mutter war nämlich bei der Geburt gestorben. Sie war sehr fromm und als eine eifrige Verehrerin der Hindugötter praktizierte sie fast täglich Puja, die indische Bezeichnung für Anbetung von Gottheiten, eigentlich Götzen. Vor allem zu Shiva fühlte sie sich hingezogen.
Ihr besonderer Wunsch war, dass sich Gott in irgendeiner Weise zu erkennen gab bzw. sie Gewissheit bekäme, dass ihre vielen Gebete gehört werden. Gott erkannte sie jenseits allen Zweifels an der Größe und Schönheit der Schöpfung. Sie sehnte sich danach, dass Gott auch an ihr Interesse habe und ihr antworten würde. Und sei es nur ein Wort von ihm zur Bestätigung. Aber nichts geschah, es blieb alles still. So war sie sehr enttäuscht. Schließlich wollte sie es noch einmal versuchen. Würde es dann immer noch keine Antwort oder ein Echo geben, wollte sie ihr Leben beenden. Sie verbrachte an dem von ihr gewählten letzten Tag die ganze Nacht im Puja-Raum. Keine Antwort kam. So beschloss sie, in der kommenden Nacht in den Brunnen auf ihrem Grundstück zu springen, um zu sterben
Endzeitstimmung in Somalia
Nach dem Ausbruch schwerer Kämpfe rund um Somalias Hauptstadt Mogadischu spricht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von einer «Endzeitstimmung». Sie fordert die Einrichtung humanitärer Schutzzonen für Flüchtlinge.
Tausende von Zivilisten seien auf der Flucht. «Es herrscht Endzeitstimmung, jeder rechnet mit der baldigen Einnahme Mogadischus durch die radikal-islamischen Rebellen», erklärte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. In den vergangenen zwei Tagen seien erneut mehr als 30 Menschen bei Gefechten in der Hauptstadt getötet worden. Insgesamt mussten nach Angaben der GfbV seit Januar mehr als 82‘000 Zivilisten vor den Kämpfen zwischen islamistischen Milizen und Soldaten der Übergangsregierung fliehen.
Die Europäische Union müsse endlich die Realität wahrnehmen und dürfe die dramatische Lage in Somalia nicht länger beschönigen. «Dringend muss sich die EU dafür einsetzen, dass alle Konfliktparteien Mindeststandards des humanitären Völkerrechts beachten», so Delius. Der willkürliche Beschuss von Wohnvierteln sei ein Kriegsverbrechen und könne von der internationalen Staatengemeinschaft nicht hingenommen werden.
Was wirklich im Lissabonner Vertrag steht
" EU als neuer Archipel Gulag? "
China: Bewegender Appell für gefangenen Christen
Mit einem bewegenden Brief hat sich die Frau eines in China zu 15 Jahren Haft verurteilten Christen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bittet darum, weiter für ihren Mann zu beten und sich für seine Freilassung einzusetzen.
Seit seiner Verhaftung im Jahr 2008 ist Gulnur der Kontakt zu ihrem Mann Alimujiang Yimiti verboten. Im Oktober 2009 wurde der uigurische Christ mit muslimischem Hintergrund in China zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er soll Staatsgeheimnisse an ausländische Organisationen weitergegeben haben. Der 36-jährige Yimiti beteuert seine Unschuld und ist gegen das Urteil in Berufung gegangen. Er sitzt im Haftzentrum Kashgar im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang in China. Open Doors bittet daher dringend für den gefangenen Familienvater und seine Frau sowie die zwei Söhne zu beten und ihnen ermutigende Briefe und Postkarten zu schreiben. Besonders ruft das Hilfswerk für verfolgte Christen dazu auf, sich mit Unterschriftenaktionen an die chinesische Botschaft in Berlin und den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung für die Freilassung des Christen einzusetzen.
Gulnur: "Wir haben viel gelitten."
Räuber von Gebet überwältigt
Ein Räuber überfällt mit einer Pistole einen Laden in Indianapolis, USA. So weit, so gewöhnlich. Doch die Kassiererin beginnt zu beten, als ihr der Mann die Waffe vorhält. Das Erstaunliche geschieht: Der Räuber stimmt in das Gebet mit ein. Eine Geschichte, die die Medien in Amerika bewegt hat.

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