Wieder Christen in Mossul ermordet

12 November, 2008 - 17:22

In der nordirakischen Stadt Mossul sind am Mittwoch neuerlich zwei Angehörige der christlichen Minderheit ermordet worden. In Bagdad kamen neun irakische Zivilisten ums Leben, als eine Autobombe auf einem Marktplatz in der Innenstadt detonierte. Ein weiterer Zivilist wurde ahe der nordirakischen Stadt Kirkuk von Männern in Armeeuniformen erschossen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen erschossen Unbekannte zwei Schwestern im Haus der Familie in Mossul. Die Mutter der beiden Frauen wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Außerdem erlitten zwei Polizisten Verletzungen durch die Explosion einer von den Angreifern in dem Haus hinterlassenen Sprengfalle.

Erst am Vortag hatte das UNO-Flüchtlingshochkommissariat berichtet, dass die ersten christlichen Familien nach Mossul zurückgekehrt seien. Seit Anfang Oktober hatten knapp 2.300 christliche Familien Mossul verlassen, als binnen weniger Wochen mindestens zwölf Christen von Unbekannten ermordet wurden. Manche Familien flohen nach Syrien, andere suchten in umliegenden Dörfern oder im kurdischen Autonomiegebiet im Norden des Landes Zuflucht.

Die 370 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt ist eine Hochburg des Terrornetzwerks Al-Kaida und gilt als eine der gefährlichsten Regionen des Landes. Seit dem Einmarsch der US-Truppen 2003 wurden mehr als 200 Christen im Irak getötet.

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