C a n t e r b u r y (idea) – Der Zwist in der anglikanischen Weltgemeinschaft um den Umgang mit Homosexualität dauert an. Ein führender Vertreter der theologisch Konservativen, die die Bischofsweihe von Schwulen und Lesben ablehnen, hat jetzt dem geistlichen Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Rowan Williams (London), „Verrat“ vorgeworfen.

Das Amt des „Erzbischofs von Canterbury“ sei zudem ein „Überbleibsel des britischen Kolonialismus“, schrieb der Erzbischof von Uganda, Henry Orombi, in der Londoner Zeitung Times. Williams habe die bibeltreuen Kirchen verraten, indem er Kirchenleiter zur Weltbischofskonferenz eingeladen habe, die 2003 in den USA den in einer schwulen Partnerschaft lebenden Geistlichen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire geweiht haben. 230 theologisch konservative Bischöfe vor allem aus wachsenden Kirchen der Dritten Welt boykottieren die alle zehn Jahre stattfindende Weltbischofskonferenz, die am 3. August im südenglischen Canterbury zu Ende geht. Orombi gehört ebenfalls zu den Boykotteuren. Rund 1.000 konservative Geistliche nahmen im Juni an einer Konferenz in Jerusalem teil, bei der die Einsetzung eines Bischofsrats als Gegenstück zu der Weltbischofskonferenz beschlossen wurde. Die Konservativen berufen sich auf Bibeltexte, die Homosexualität ablehnen, und auf einen Beschluss der letzten Weltbischofskonferenz von 1998, in dem praktizierte Homosexualität als unvereinbar mit der Bibel und der Kirchenlehre bezeichnet wird. Gleichwohl hatte die US-Episkopalkirche 2003 Robinson zum Bischof geweiht.

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