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Türkei: Rechtsextremisten in Mord an Christen in Malatya verwickelt
21 August, 2008 - 17:32
Verdacht richtet sich gegen den Ex-General Veli Kücük, der auch der Kopf von "Ergenekon" ist
Ankara, 21.8.08 (KAP) Die türkischen Behörden gehen einem Zeitungsbericht zufolge einer möglichen Verwicklung rechtsgerichteter Extremisten in den Christenmord von Malatya nach. Im Kalender eines Mannes, der die mutmaßlichen Mörder dreier Christen in der ostanatolischen Stadt aufgestachelt haben soll, seien Hinweise auf führende Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung "Ergenekon" gefunden worden, berichtete die regierungsnahe Zeitung "Zaman" am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft mehreren ehemaligen Armee-Generälen vor, sie hätten in der Organisation "Ergenekon" das Ziel verfolgt, mit Hilfe von Terroranschlägen und Attentaten einen Militärputsch gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu provozieren.
Der Pastor der protestantischen Gemeinde von Malatya, Necati Aydin, sowie zwei Mitarbeiter eines kleinen evangelischen Verlags - Ugur Yüksel und der deutsche Staatsbürger Tilman Geske - waren im April 2007 in Malatya von Jugendlichen zu Tode gefoltert worden. Im Prozess gegen die mutmaßlichen Täter, der am Donnerstag fortgesetzt wurde, hatte der Hauptangeklagte Emre Günaydin ausgesagt, er sei von einem Bekannten namens Varol Bülent Aral zu der Tat aufgestachelt worden. Aral habe argumentiert, christliche Missionare wollten die staatliche Einheit der Türkei zerstören. Unter anderem habe er gesagt, der "Staat" werde den Mördern helfen. Diese Aussage wurde in der türkischen Öffentlichkeit als Hinweis auf die Verwicklung des "tiefen Staats" (wie in der Türkei die verschiedenen Geheimdienste und ihre Verbindungsleute in den Sicherheits- und Justizbehörden genannt werden) in das Blutbad von Malatya gedeutet.
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