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Somalia: Helfer geraten ins Fadenkreuz militanter Islamisten
30 Juli, 2008 - 08:41
Im Kampf gegen die äthiopischen Besatzer machen Rebellen nicht einmal vor Hilfs-Organisationen halt. Es droht eine Hungersnot.
Wien/Mogadischu. Mohammed Kheire galt in Mogadischu als Vermittler. Der Vizechef des Diakonie-Hilfsprogramms „Brot für die Welt“ löste Konflikte, indem er in aller Ruhe mit den Beteiligten sprach. „Wir müssen jeden Clan einbeziehen, nur so kann man in Somalia in Frieden arbeiten“, sagte er noch vor einem Jahr. Anfang Juli wurde er vor seiner Haustür erschossen. Tage zuvor starb auf ähnliche Weise der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms in Somalia, Osman Ali Ahmed; Mitte Juni Mohammed Mahdi, der Chef einer lokalen Kinderhilfsgruppe.
Doch gerade jetzt wäre deren Arbeit bitter nötig: UN-Schätzungen zufolge könnte sich bald eine Hungersnot ähnlich wie jene 1991 ereignen. Damals verhungerten mehr als 300.000 Menschen. Schon werden die Lebensmittel knapp. Hilfslieferungen kommen zu 90 Prozent über den Seeweg. Aus Angst vor den somalischen Piraten weigern sich aber die Reedereien, ihre Schiffe für den Transport herzugeben. Kein Land scheint willig, eine bewaffnete Eskorte zur Verfügung zu stellen.
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