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Landesweite Proteste gegen tödliche Übergriffe
31 August, 2008 - 17:16
''Wir wollen Gerechtigkeit'': In Indien demonstrieren Christen gegen radikale Hindus, die im Bundesstaat Orissa Kirchen in Brand setzen und kirchliche Einrichtungen zerstören. Auch Todesopfer gab es bereits, zahlreiche Christen sind auf der Flucht.
Von Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien
Christen sind in Indien eine verschwindend kleine religiöse Minderheit, doch jetzt waren sie in vielen Städten des Subkontinents laut und deutlich zu vernehmen: ''Wir wollen Gerechtigkeit!'', skandierten diese Demonstranten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Sie protestierten gegen religiös motivierte Gewalt im Bundesstaat Orissa.
''Wir Christen fühlen uns jetzt sehr unsicher''
Seit mehr als einer Woche setzen Hindus dort Kirchen in Brand, zerstören sonstige kirchliche Einrichtungen, errichten Straßenblockaden und liefern sich Zusammenstöße mit der Polizei. Als sie ein Waisenhaus in Brand setzten, kam eine Frau in den Flammen ums Leben. Mehr als zehn Menschen sollen inzwischen bei Überfällen und Brandstiftungen getötet worden sein. Hunderte flohen vor der Gewalt.
''Die Fundamentalisten lehnen unsere Verfassung ab'', sagt Erzbischof Vincent Concessao, der sich unter die Demonstranten gemischt hat; ''sie haben keinen Respekt vor den Menschenrechten, vor der Glaubensfreiheit - wir Christen fühlen uns jetzt sehr unsicher.''
Spannungen zwischen Christen und Hindus gibt es in Orissa schon lange. 1999 verbrannten der Missionar Graham Staines und seine beiden Söhne dort bei lebendigem Leib, als radikale Hindus ihren Wagen in Brand setzten. Anlass der jüngsten Übergriffe war der Tod von Laxmanananda Saraswati, eines führenden Vertreters des Welthindurates. Die Polizei vermutet Maoisten hinter der Tat, Hindu-Gruppen machten jedoch umgehend Christen für die Tat verantwortlich. Denn Saraswati hatte eine Kampagne zur Konvertierung von Christen zum Hinduismus angeführt.
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