Christenverfolgung, ein aktuelles Problem

15 November, 2008 - 18:56

Christenverfolgung? Das war irgendwas mit Nero, hungrigen Löwen und dem Circus Maximus. Oder war es das Kolosseum? Jedenfalls ist das lange her, ein Thema der Vergangenheit, festgehalten in Historienschinken wie “Quo vadis?” oder in den Geschichts- und Lateinbüchern der Unterstufe. Abgehakt.

Was einem spontan zum Thema Christenverfolgung in den Sinn kommen mag, entspricht leider nicht der grausamen Realität, der sich viele Christen heute gegenübersehen. Während es hierzulande selbstverständlich ist, dass Menschen ihren Glauben frei bekennen und ihre Religion weitgehend unbehelligt praktizieren können, müssen Christen in vielen anderen Ländern und Regionen der Erde mit Repressionen rechnen. Denn obwohl die Religionsfreiheit weltweit als Menschenrecht anerkannt ist, werden in großen Teilen der Welt immer noch Christen verfolgt. Öfter, offener und brutaler denn je.

200 Millionen Christen sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts von unterschiedlichen Formen der Verfolgung betroffen. Sie dürfen ihren Glauben nicht frei leben, ihre Religion nicht ausüben. Sie werden in den Medien diskreditiert und diffamiert. Sie werden in der Schule verlacht und verspottet. Sie werden am Ausbildungsplatz bedrängt und belästigt. Sie bekommen keine Arbeit, werden bei der Vergabe öffentlicher Ämter benachteiligt. Einige von ihnen werden verhaftet, inhaftiert, versklavt, gefoltert und ermordet. Etwa 100.000 Christen sterben jährlich für ihren Glauben. Freilich sind auch andere Glaubensgemeinschaften von mangelnder Religionsfreiheit negativ betroffen, doch in den meisten Fällen sind es Christen, die darunter leiden: 80 Prozent aller Menschen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden, sind Christen. Ihr Anteil bei der Ermordung von Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit liegt bei weit über 90 Prozent.

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