Aug
18
Antwort auf Kritik an Artikel des Informationsbriefes der Bekenntnisbewegung Nr. 249
18 August, 2008 - 14:08
Liebe Geschwister,
der Fairness halber leite ich diese Stellungnahme von Pfr. Sigloch an alle unter Euch weiter, die den Brief von Roland Sckerl an die Bekenntnisbewegung von mir erhalten hatten. Ich finde es gut, dass es zum offenen Dialog über diese wichtigen Fragen gekommen ist.
Schalom, Euer Lothar Gassmann
Liebe Brüder,
ich danke allen, die einen konstruktiven Beitrag zur Schöpfungsfrage rückgemeldet haben. Nach meiner Rückkehr aus den Urlaubstagen sind die kritischen Beiträge so zahlreich, dass ich meine Antwort darauf zusammenfassend gebe.
1. Ein erster Kritikpunkt war, dass Walter Rominger und ich dem Kreationismus in unseren Beiträgen nicht gerecht würden. Dabei ist eine große Fülle an Literatur und Leseempfehlungen angegeben worden, die zu lesen ein Leben nicht ausreicht. Der Kreationismus wurde von uns ja auch nicht pauschal verworfen, wie es die Liberalen tun. Wir haben auch eine Würdigung versucht. Aber zu fordern, wir würden dem Kreationismus nur gerecht, wenn wir alle Beiträge gelesen und beherzigt hätten, ist unmenschlich. Falls wir also im Einzelfall etwas übersehen haben und dem nicht gerecht geworden sind, bitten wir um Nachsicht und danken für die Berichtigung.
1. Ein zweiter Kritikpunkt war die Behauptung, in meinem Artikel würde ich die Bibel nicht wörtlich nehmen, sondern dem Liberalismus das Wort reden. Festgemacht wurde es an den 6 Tagen der Schöpfung, die ich relativierte. Doch gerade, weil mir wichtig ist, die Bibel wörtlich zu verstehen, möchte ich doch feststellen, dass Gott nicht das Sonnenlicht „Tag“ nennt, welches übrigens erst am 4. Tag geschaffen wurde, sondern das Licht des ersten Schöpfungstages: „und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht“ (1.Mose 1,5). Ich bestehe also darauf, wenn ich die Bibel wörtlich verstehe, dass bei Gott die Dauer eines Schöpfungstages auf das Licht des ersten Schöpfungsaktes Bezug nimmt und nicht auf das Licht, das am 4. Tag von der Sonne ausgeht. Damit relativiere ich nicht die Bibel, sondern nur unser menschliches Verständnis von Zeit. Wer es wissenschaftlich haben will, lerne bei Albert Einstein.
1. Ein dritter Kritikpunkt bezog sich auf meinen Vorwurf an den Kreationismus, dass er behauptet, durch exakte Beobachtung der Natur müsse der Mensch zur Erkenntnis Gottes kommen. Dabei wurde auf Römer 1 Bezug genommen, wo Paulus davon schreibt, dass jeder Mensch durch die Schöpfung zur Erkenntnis Gottes kommen kann. Dem stimme ich zu, doch nur in der Einschränkung, die Paulus selber vornimmt, dass alle Schätze der Weisheit und und Erkenntnis in Christus verborgen liegen (Kol.2,3), eben nicht für alle Augen offenbar. Man kann Gott durchaus in der Schöpfung erkennen, doch nur stückweise und nicht vollkommen. „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin“ (Röm.13,12).
Die Sünde in Röm.1 wird doch nicht mit mangelnder Erkenntnis beschrieben, sondern dass die Hinweise der Schöpfung, dass es einen Schöpfer geben muss, nicht zur Anbetung Gottes führen, sondern zur Verehrung des Geschöpfs (Röm.1,25). Deshalb bitte ich doch alle Brüder, maßvoll von sich selbst zu denken und die eigenen Erkenntnisse nicht absolut zu setzen. Denn die Fülle der Erkenntnis Gottes ist allein im Angesicht Jesu sichtbar, nicht in der Schöpfung. „Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“ (und nicht in der Schöpfung!), vgl 2.Kor.4,6.
Liebe Brüder,
Es betrübt mich ein wenig, wenn Bruder Rominger und mir vorgeworfen wird, wir würden dem Liberalismus Tür und Tor öffnen. Unsere Artikel sind Beiträge zum Verständnis der Schrift. Dabei geht es uns nicht darum, Christen wissenschaftliche Arbeit zu verbieten oder ihnen einen Maulkorb anzulegen, im Gegenteil. Lasst uns vollkommen werden in der Erkenntnis, wie Paulus in 1.Kor. 14,20 schrieb: "Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen." Zu dieser vollkommen Erkenntnis können wir gegenseitig unser Stückwerk beitragen. Auch der Kreationismus hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, sondern trägt sein Stückwerk bei. Wer anderes behauptet, muss sich mit Hiob die Frage gefallen lassen: „Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir`s, wenn du so klug bist!“ (Hiob 38,4)
Viele Segensgrüße,
Markus Sigloch
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben



